Nimm mit 510.307 Campact-Aktiven Einfluss
auf aktuelle politische Entscheidungen.
Am 21. August schalteten Anti-Atom-Aktive in Frankfurt "mal richtig ab" - auf Liegestühlen, Badematten und unter Sonnenschirmen. Die Aktion war Teil eines bundesweiten Aktionstages: in über 40 Wahlkreisen demonstrierten Bürger/innen gegen längere AKW-Laufzeiten und forderten ihre Abgeordneten von Union und FDP auf, sich auf Bundesebene gegen längere Laufzeiten zu stellen.
Frankfurt am Main: Mal richtig abschalten!
Das Wetter hätte nicht besser sein können: strahlender Sonnenschein begrüßte alle Teilnehmer der Aktion „Endlich Abzuschalten!“ auf der Frankfurter Hauptwache. Auf Badehandtücher, Liegestühlen oder Campingstühle machten es sich alle Ankommenden bequem. Einige verwunderte Touristen fragten - nach anfänglichem Zögern - sogar nach Sonnencreme. Fast schon konnte man das Meer rauschen hören. Mit der Ruhe war es aber schnell vorbei, als auf ein vereinbartes Zeichen plötzlich alle Teilnehmer aufsprangen und Plakate in die Luft hielten. Als die vielen Schaulustigen die Sprechchöre „Ab-schal-ten! Ab-schal-ten!“ hörten, nickten viele zustimmend. Als wir uns langsam auf den Weg über die Neue Kräme machten, applaudierten alle Teilnehmer über den gelungenen Einstieg in die Demonstration.
Der Demonstrationszug machte eins deutlich: die Ablehnung der Atomenergie geht durch alle Alters- und Bevölkerungsschichten. Es waren Jugendgruppen, Familien, Rentner und alles dazwischen vertreten... und sie waren motiviert, ihre Ablehnung kundzutun! Schon beim Einbiegen in die Neue Kräme tönten die ersten Slogans durch das samstägliche Shoppinggewusel der Innenstadt. Die Demonstranten forderten „Kein Geld - für vier - Konzerne! Atom-kraft ab-schal-ten!“ oder „Schluss mit der Lobbypolitik, gebt der Atomkraft einen Tritt“. Die Flugblätter mit Hinweisen auf die Großdemonstration am 18.09.2010 in Berlin und einer ausfüllbarer Erklärung gegen die Pläne der Bundesregierung wurden von den Passanten erstaunlich interessiert angenommen. Viele Teilnehmer sahen darin ein Zeichen, dass unser Anliegen auf breiten Rückhalt in der Bevölkerung stößt.
Auch die Polizei unterstützte den reibungslosen Ablauf, ein Communicator wurde in einer engagierten Debatte über die Möglichkeiten der zukünftigen Energieversorgung beobachtet. Seine Kollegen sperrten bei Bedarf kurzzeitig Straßen, um das gefahrloses Überqueren sicherzustellen.
Auf dem Römerberg traf unsere sonnige Strandaktion auf eine Hochzeitsgesellschaft, wir winkten und wünschten viel Glück. Das Brautpaar freute sich.
Vor dem Eisernen Steg sammelte sich der langgezogene Zug, so konnte man gut die Menge der Leute abzählen: über 200 Menschen haben demonstriert. Einige richteten sich gleich schon vor dem Eisernen Steg ein. Aber dann ging es doch auf dem Eisernen Steg. Dort ließen wir uns mit unserem Strandleben links und rechts auf beiden Seiten nieder. Der Main flloß unter uns. Die weiße Schiffsflotte bekam unsere Aktion mit, Daumen zustimmend nach oben. Zeitweise staute sich der Fussgängerverkehr erheblich, wir ließen nur einen kleinen Durchgang. Aber die Passanten waren auch hier gut gelaunt und unterstützend. Hier war Zeit über Grundlastargumente, angebliche Stromlücken und Rekordexporte zu diskutieren und zu informieren. Abschaltungssprechchöre und -gesänge wurden lauter, Flugblätter wiesen auf die Großdemo in Berlin am 18.09.2010 hin und auf den Sonderzug der u.a. auch in Darmstadt und Frankfurt halten wird.
Da am Sachsenhäuser Mainuferweg der Flohmarkt stattfand, war auf dem Eisernen Steg viel Publikumsverkehr unterwegs. Besser hätte es für uns nicht laufen können. Nach dem die Demonstration offiziell aufgelöst worden war, trafen sich noch mehrer Teilnehmer zum Vernetzungstreffen im nahegelegenen Maincafe. Hier zeigte sich, dass manche Teilnehmer weit gereist waren, um die Aktion zu unterstützen. Hierfür noch einmal unseren ganz herzlichen Dank.
Am Ende sind sich alle einig: Es war bestimmt nicht die letzte Aktion im Rhein-Main Gebiet!