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Ballon-Aktion am AKW Krümmel, 26. Juni

Aktionsblog

+++ Samstag, 14.10 Uhr: Wow, was für eine tolle Aktion! Wir stehen auf dem Parkplatz vor dem Kraftwerk, die meisten Leute sind schon wieder auf dem Nachhauseweg. Aber der Reihe nach:

Rund 300 Menschen zogen vorhin mit den Schläuchen und ausgestattet mit Folienschneidern, Plakaten und Schildern vor das Kraftwerk. Vorneweg gingen Menschen in Skelettkostümen und überbrachten "Schöne Grüße vom tödlichen Nachbarn". Dort, direkt vor der westlichen Ecke des Reaktors, war bereits ein 25 breiter Kreis auf der Straße aufgezeichnet: der Umfang des Radioaktivitätszeichens. Lage für Lage, von außen beginnend, wurden die Schläuche in dem Kreis verteilt - immer abwechselnd schwarz, gelb, schwarz, gelb usw. Von oben, von einer der Hebebühnen, wirkte das Ganze lange nicht wie ein Radioaktivitätszeichen - doch langsam, Stück für Stück, füllte sich auch das letzte Segment, zogen noch zwei drei ganz kurze, mit schwarzen Ballons gefüllte Schläuche als Kern in die Mitte, rückten die einzelnen Schläuche enger zusammen. Und plötzlich sah man es ganz deutlich: ein riesiges, 25 Meter breites Radioaktivitätszeichen mitten auf der Straße direkt vor dem AKW.

5, 4, 3, 2, 1 - los! Gespannte Stille herrschte vor dem Countdown, alle zählten gemeinsam runter, und dann bei 0 öffneten überall gleichzeitig die Leute im Zeichen die Schläuche, und die Ballons stiegen als riesige Wolke auf. Der Wind trieb die Ballons direkt auf das Kraftwerk zu, die Ballons stiegen am Gebäude nach oben, verharrten scheinbar kurz über dem Gebäude und zogen dann als "radioaktive Wolke" Richtung Osten. Ein wirklich beeindruckendes Bild! Etliche Teilnehmer/innen erzählten hinterher, sie hätten eine Gänsehaut gehabt - so ging es sicherlich noch vielen mehr.

Jetzt sind wir gespannt, wann die ersten Rückmeldungen über gefundene Ballons bei uns eintreffen - die Fundorte werden wir auf unserer Karte veröffentlichen.

Der Festplatz ist jetzt wieder fast verlassen, wo vorhin noch über 300 Menschen die Ballon-Aktion vorbereiteten wird jetzt alles wieder eingeräumt, das große Zelt wird abgebaut, die letzten Materialien eingepackt. Ein herzliches Dankeschön an die vielen Helfer, die dabei waren und geholfen. Ohne sie wäre die Aktion nicht möglich gewesen!

+++ Samstag, 12:28 Uhr: Es geht los! Die ersten Ballonschläuche bewegen sich auf der Elbuferstraße Richtung Kraftwerk! Wir sind ca 300 Leute.

+++ Samstag, 8.00 Uhr: Geschafft! Die Ballons sind alle fertig aufgeblasen. Über 50 Schläuche hängen im Zelt unter der Decke, prall gefüllt mit Luftballons. Jetzt gibt es erst einmal für alle Frühstück! Zusammen mit dem Fotografen fahren wir schon einmal zum Kraftwerk vor, um den besten Standort für die Hebebühnen zu finden, auf denen die Fotografen später das Zeichen und den Massenstart von oben filmen können. Einige Helfer nutzen die Pause bis 11.30 Uhr und legen sich kurz hin zum Schlafen - etwas Kraft tanken für die Aktion!

+++ Samstag, 03.00 Uhr: Die ersten Schläuche hängen unter der Decke des Zelts.

Fertige Schläuche

+++ Diese Ballons werden morgen fliegen!

Ballons werden aufgeblasen

+++ Samstag, 02.15 Uhr: Die Schläuche füllen sich, und so langsam kommen die Teams in Schwung. Die Geräuschkulisse ist ganz schön laut: überall zischt das Ballongas an den Füllstationen in die Ballons, ab und zu knallt ein Ballon - kaputt -, das Gebläse pustet Ballons tiefer in die Schläuche und hinter dem Zelt brummt der Generator, der uns mit Strom versorgt.

Ballonschläuche im Zelt

+++ Samstag, 01.45 Uhr: Es geht los! Wolfgang versammelt alle Helfer im Zelt und erklärt ihnen den Ablauf des Befüllens: an jeder Füllstation sind 2 bis 3 Personen für das Aufblasen zuständig. Zwei weitere Personen kleben dann die Rückmeldepostkarten an die Ballons und stopfen die Ballons in die vor den Füllstationen aufgehängten Schläuche. Ab und zu werden die Ballons mit einem Gebläse tiefer in die Schläuche hinein geblasen - die längsten Schläuche, die den äußersten Kreis des Radioaktivitätszeichens bilden werden, sind über 13 Meter lang!

Ballons werden aufgeblasen

Ballons werden aufgeblasen

+++ Samstag, 00.15 Uhr: Der erste Testballon!

Der erste Ballon

+++ Samstag, 00.00 Uhr: Der Aufbau im großen Zelt ist fertig. Die Füllstationen stehen, und die erste Runde der Plastikschläuche, in denen die Ballons verpackt werden, hängen schon. Ein Problem gab es: eines der Gebläse, mit denen die Ballons in die Schläuche gepustet werden sollen, funktionierte nicht: Kabelbruch. Zum Glück haben wir elektro-versierte Leute dabei, die das Gerät wieder zum Laufen gebracht haben.

Zeltaufbau

+++ Freitag, 22.25 Uhr: Die Ballons sind da! Wolfgang, unser Ballonfachmann, und seine Crew fangen an, im Zelt die Befüllstationen aufzubauen: jeweils 4 große Ballongasflaschen werden zu einer Gruppe zusammengestellt, davor Tische geschoben. Hier werden später die Ballons aufgeblasen und die Postkarten an die Ballons geklebt. Für die anderen ist noch nicht viel zu tun - die Zeit und das Licht reichte noch für eine Partie Minigolf nebenan!

Füllstation

+++ Freitag, 20.45 Uhr: Das Zelt steht endlich, die Suppe und die Getränke sind geliefert worden, der Aufbau steht! Die ersten Helfer sind auch schon eingetrudelt, einige mit Fahrrad aus Hamburg oder Lauenburg, einer mit Wohnwagen (wie praktisch!) oder mit dem Bus. Jetzt fehlen nur noch die Ballons! Die sind aber auch schon unterwegs und kommen etwas später mit unserem Ballonexperten.

+++ Freitag, 17.45 Uhr: Auf dem Festplatz in Geesthacht-Tesperhude: Das große Zelt braucht ziemlich lange für den Aufbau, aber die Grundkonstruktion steht. Im Zelt werden nachher ab 2.00 Uhr die Ballons aufgeblasen und gelagert. Der Festplatz liegt malerisch direkt an der Elbe (wenn da nicht nur zwei Kilometer entfernt ein AKW stehen würde...), die Sonne scheint, und auch für morgen sind die Vorhersagen gut: Sonne, 22 Grad und Wind aus Nordwest. Das ist wichtig, damit die Ballons nicht auf das Meer hinausgetrieben werden!

+++ Freitag, 14.15 Uhr: Heute abend geht sie los, unsere zweite große Ballon-Aktion! Nach der Aktion an den Uralt-Reaktoren in Biblis vor zwei Wochen starten wir dieses Mal über 13.000 Ballons am Pannenreaktor Krümmel. Vor drei Jahren kam es in dem Meiler zu einem Brand im Transformator und einer Schnellabschaltung des Raktors. Seitdem steht der Reaktor - bis auf zwei Wochen im Mai 2009, nach denen technische Probleme erneut zu einer Schnellabschaltung führten - still. Trotzdem will der Betreiber Vattenfall den Pannenreaktor wieder ans Netz gehen lassen.

Für die Aktion morgen haben wir uns etwas Besonderes ausgedacht: Aus den schwarz-gelben Ballons werden wir direkt vor den Toren des Reaktors ein Radioaktivitätszeichen entstehen lassen. In einem Massenstart werden die Ballons dann gleichzeitig freigelassen - und ziehen mit dem Wind als "radioaktive Wolke" über das Land und warnen so vor dem "tödlichen Nachbarn" in Krümmel. Jeder einzelne der Ballons wurde von eine/m Bürger/in im Internet gestartet. Ballons von der ersten Aktion im hessischen Biblis flogen bis nach Brandenburg und Berlin! (Karte ansehen)

Der Plan!

Der Plan: jetzt müssen wir ihn in die Tat umsetzen!

Und auch in Krümmel erwarten wir wieder hunderte Menschen, die uns beim Tragen der Ballonschläuche und beim Legen des Radioaktivitätszeichen helfen. Die ersten 25 Aktiven kommen bereits heute abend und helfen uns in einer Nachtschicht, die 13.000 Ballons aufzublasen. Da uns Vattenfall die Befüllung direkt am Kraftwerk verboten hatte, werden wir die Ballons morgen dann in langen Schläuchen in einem bunten Demonstrationszug ca 2 km vom Ort der Befüllung bis zum Kraftwerk tragen.

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