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"Grüße vom tödlichen Nachbarn" - 12. Juni 2010, AKW Biblis

Antwortschreiben von RWE zur geplanten Ballon-Aktion am AKW Biblis


31. Mai 2010

Sehr geehrte Damen und Herren,

zu Ihrer Anfrage eine Aktion auf unserer werkseigenen Kraftwerkszufahrt durchzuführen möchten wir Ihnen folgendes mitteilen:

Unser Unternehmen hält eine neue Debatte um die Zukunft der friedlichen Nutzung der Kernenergie in Deutschland für notwendig und geboten. Dass es dabei unterschiedliche Auffassungen gibt, ist legitim. Selbstverständlich hat jeder in einer Demokratie das Recht, seine Meinung frei zu vertreten und das ist gut so. Vor diesem Hintergrund haben wir auch keine Einwände erhoben, als erst vor wenigen Wochen eine große Kundgebung auf unserem werkseigenen Parkplatz im Rahmen einer friedlichen Demonstration stattgefunden hat.

Die von Ihnen geplante Aktion, die mit Begriffen wie "tödlicher Nachbar" wirbt, hat nach unserer Einschätzung aber nichts mehr mit einer sachlichen Debatte oder Streitkultur zu tun. Wir werden keine Aktion unterstützen, die einzig darauf setzt, Ängste zu schüren. Auch mit Blick auf unsere Mitarbeiter, die kompetent und mit großem Verantwortungsbewusstsein seit vielen Jahren dafür sorgen, dass am Standort Biblis zuverlässig und sicher Strom produziert wird, halten wir derartig diffamierende Parolen für völlig inakzeptabel. Ihrem Anliegen, unser Gelände zur Verfügung zu stellen, möchten wir vor diesem Hintergrund nicht entsprechen. Sie mahnen an, dass wir das Recht auf freie Meinungsäußerung anerkennen sollen. Das tun wir, aber wir haben in unserer Demokratie auch ein Recht, Nein zu sagen, wenn ganz offenkundig gar kein Interesse an einer sachlichen und konstruktiven Debatte besteht.

Es ist Ihnen selbstverständlich unbenommen, Ihre Aktion in unmittelbarer Nähe des bisher geplanten Aktionsgeländes auf öffentlichem Gelände durchzuführen. Sie hatten uns in diesem Zusammenhang ja bereits mitgeteilt, Sie stünden mit der Gemeinde Biblis in Kontakt.

Sie dürfen uns beim Wort nehmen: zu jedem konstruktiven Dialog sind wir gerne bereit, denn es gibt aus unserer Sicht viele gute Gründe, über die Kernenergie zu sprechen. Die 17 deutschen Kernkraftwerke produzieren heute rund ein Viertel des in Deutschland benötigten Stroms. Dadurch ersparen sie der Umwelt pro Jahr weit mehr als 100 Millionen Tonnen CO2, eine Menge, die der gesamte Verkehr auf deutschen Straßen freisetzt. Sie also ist wichtig, damit Deutschland seine ehrgeizigen Ziele bei der Reduktion der Kohlendioxidemissionen erreicht. Zusammen mit den erneuerbaren Energien ist die Kernenergie aus unserer Sicht Teil einer Brücke, die in eine umweltfreundlichere Zukunft weist.

Mit freundlichen Grüßen

RWE Power AG - Unternehmenskommunikation/Energiepolitik

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