Nimm mit 512.157 Campact-Aktiven Einfluss
auf aktuelle politische Entscheidungen.
Schwarz-gelbe Ballons symbolisieren radioaktive Wolke / Protest gegen Weiterbetrieb der Atomkraftwerke / RWE versuchte erfolglos, die Aktion zu verhindern
Biblis, 12.06.2010. Mehr als 600 Atomkraftgegner haben am Samstag vor den Atomkraftwerken Biblis A und B über 12.000 Luftballons gestartet. Diese sollen zeigen, wohin es eine radioaktive Wolke wehen würde, wenn es in Biblis zu einem Super-GAU etwa in Folge eines Flugzeugabsturzes oder Terroranschlags käme. Jeder der Ballons wurde von jeweils einem Bürger im Internet gestartet. Mit der spektakulären Aktion unter dem Motto „Atomlügen auffliegen lassen“ demonstrierte das Kampagnen-Netzwerk Campact gegen die Pläne der Bundesregierung, den Atomausstieg aufzukündigen und die Laufzeiten für Atomkraftwerke zu verlängern.
„Mit unserer Aktion rufen wir in Erinnerung: Atomkraftwerke sind tödliche Nachbarn, von denen tagtäglich ein Risiko ausgeht, das mit jedem Betriebsjahr steigt. Die Pläne der Regierung, die Laufzeiten für Atomreaktoren zu verlängern, sind daher völlig unverantwortlich. Die Menschen im Lande wollen, dass ausgestiegen wird – und zwar jetzt“, sagte Campact-Geschäftsführer Christoph Bautz. „Besonders die Menschen im Rhein-Main-Gebiet würden bei einem Weiterbetrieb der Museums-Meiler einem tödlichen Risiko ausgesetzt. RWE dagegen winken millionenschwere Zusatzprofite mit den längst abgeschriebenen Alt-Reaktoren.“
An jedem Ballon hängt eine Postkarte, mit denen die Finder Campact den Fundort mitteilen können. Die Koordinaten sollen auf eine interaktive Karte im Internet übertragen werden, so dass man die Fundorte und damit auch das potenzielle Gefährdungsgebiet erkennen kann.
Der Atomkraftwerksbetreiber RWE hatte Campact verboten, die Ballons von seinen Grundstücken rings um die beiden Atomreaktoren zu starten. Deshalb wurden die Ballons auf einem Parkplatz der Gemeinde Biblis mit Gas befüllt und von über sechshundert Demonstranten in einem Protestzug auf dem einzigen öffentlichen Weg vor das Kraftwerksgelände getragen. Dort stiegen sie mit einem Massenstart auf.
RWE hatte Campact vorgeworfen, mit der Aktion „einseitig Ängste zu schüren“. Campact wies diesen Vorwurf scharf zurück. „Nicht wir schüren Ängste, sondern RWE verharmlost die Risiken der Atomkraft auf unerträgliche Weise“, sagte Bautz.
Am 26. Juni wird Campact auch am Atomkraftwerk Krümmel bei Hamburg mindestens 15.000 Ballons starten. Unter https://www.campact.de/atom2/sn7/signer können Bürger/innen noch online weitere Ballons für Krümmel starten.
Pressekontakt:
Christoph Bautz, Campact-Geschäftsführer, mobil 0163-5957593
Susanne Jacoby, Campaignerin, mobil 0151-50524684
Weitere Informationen: http://www.campact.de/atom2/ballonaktion/biblis