Nimm mit 512.157 Campact-Aktiven Einfluss
auf aktuelle politische Entscheidungen.
Am 26. Juli haben Anti-Atom-Aktive in Fulda "Atom-Alarm" geschlagen - wie auch in rund 60 Wahlkreisen im ganzen Land. Lautstark und unüberhörbar machten sie dem CDU-Abgeordneten Michael Brand deutlich, dass die Menschen in seinem Wahlkreis keine längeren AKW-Laufzeiten wollen!
"Und was signalisieren wir Michael Brand, wenn wir gleich hier nur zu fünft stehen? Dann kann die CDU von uns Bilder machen und vorzeigen." So begrüßte mich einer der ersten DemonstrantInnen, der sich einfand.
Als AtomkraftgegnerInnen sind wir es ja auch aus gutem Grund gewöhnt, den Gedanken an einen größten anzunehmenden Unfall nicht auszuzschließen. Als wir dann mit gezählt über 100 Menschen vor dem CDU-Büro standen, einige mit Sandwichplakaten und Tröten, andere mit selbstmitgebrachten Plakaten und Instrumenten war es zu sehen und zu hören, dass es keine abwegige Randerscheinung ist, die Verlängerung der AKW-Laufzeiten abzulehnen.
Michael Brand wird nicht behaupten können, dass bei dieser Entscheidung das ach so konservative Fulda ganz hinter seinem Rücken steht.
Wenn sich an einem Montagmittag in der Ferienzeit mehr als 100 Personen vor dem Wahlbüro versammeln, dann kann er sich die Anzahl der VerlängerungsgegnerInnen in seinem Wahlkreis auf eine ernstzunehmende Größe hochrechnen.
Die Aktion ist gut gelungen und hofft nun darauf bei Michael Brand auf Gehör zu stoßen: Nachdem wir uns gesammelt haben und vor das CDU-Büro gezogen sind, haben wir auf verschiedene Weise "Alarm geschlagen". Mal haben wir mit allen trommelnden und rasselnden Instrumenten, mal mit den pfeifenden und trötenden, einmal mit einer totalen Stille dann mit lauten Rufen akustisch aber auch im übertragenden Sinn unsere Stimmen für ein vernünftiges und risikoloseres Energiekonzept erhoben.
Um 13:00 Uhr begrüßten wir Gaby Kerber die Kreisgeschäftsführerin der CDU stellvertretend für Michael Brand mit lautem Getöse, überreichten ihr dann das Plakat mit der campact-Erklärung, "100 gute Gründe gegen die Atomkraft" und ein großes Plakat auf dem Michael Brand nach seinen Lösungen für die Risiken der Atomkraft, die Entsorgung des Mülls und die Finanzierung des Ganzen gefragt wurde und alle Versammelten unterschrieben hatten.
Damit eine sichtbare Erinnerung blieb, auch wenn wir uns wieder im Fuldaer Umkreis verteilen, malten wir und vor allem die beteiligten Kinder Sonnen, Windräder und anderes - also Bilder von alternativen Energiequellen auf den Bürgersteig; begleitet von Liedern der Antiatomkrafbewegung und Trommelwirbel.
Die Stimmung bei der ganzen Aktion war sehr gut. Das läßt entweder darauf schließen, dass sich die Beteiligten nicht leicht die Stimmung vermiesen lassen und/oder dass sie nicht aufhören zu hoffen, dass die Verantwortlichen der Energiepolitik sich besinnen und vernünftige Entscheidungen treffen.
Da Michael Brand im Vorfeld der Aktion Gesprächsbereitschaft signalisiert hat und nur aus terminlichen Gründen sich heute nicht unseren Fragen stellen konnte, haben wir uns im Anschluß an die Aktion verabredet, einen Gesprächstermin mit ihm zu vereinbaren.
Die Verlängerung der AKW-Laufzeiten ist unverantwortlich! Der heiße Sommer muß weitergehen!
Text von Heidi Kuhfus-Pithan, Fotos von Bernd Kaiser