Nimm mit 526.157 Campact-Aktiven Einfluss
auf aktuelle politische Entscheidungen.
Am zweiten Tag unserer Tour erreichte unser Castor das malerische Heidelberg. Schon am Frühstückstisch entdeckten wir die Ankündigung unserer „Anti-Atommüll-Demo“ in der Zeitung. Direkt am Neckar, unterhalb der Thoedor-Heuss-Brücke, sammelten sich bereits eine halbe Stunde vor dem offiziellen Beginn die ersten Teilnehmer/innen. Mit ihrer Hilfe brachten wir auch zum ersten Mal unser überdimensionales gelbes „X“ in die Vertikale - DAS Symbol des Wendländischen Widerstandes. Tatkräftige Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung der Aktion erhielten wir zudem von unseren lokalen Kooperationspartnern BUND, attac, AK.W.Ende und der Klimagruppe Heidelberg.
Nach einer kurzen Begrüßung bildeten sich die beiden Aktionsgruppen: etwa fünfzehn Strahlenschutzexpert/innen in weißen Schutzanzügen und mit Geigerzählern standen bereits am Start der Route mehr als 50 Blockierer/innen gegenüber. Während sich der LKW mit unserer Castor-Attrappe auf den Weg durch die schmalen Heidelberger Gassen auf die Heuss-Brücke machte, versammelten wir uns in unserer Aktionskleidung schon mal vor dem X.
Jenseits des Neckars angekommen waren wir auch schon in unmittelbarer Nähe der Heidelberger Innenstadt. Über den belebten Bismarckplatz fuhr der Castor direkt in Richtung Fußgängerzone, wo er allerdings schon von einer entschlossenen Blockade-Gruppe erwartet wurde. Trotz aller Fahrkünste gab es kein Durchkommen für den Castor, er steckte fest. Schnell war klar – er würde über einen Umweg erneut versuchen, sein Ziel zu erreichen. Wachsam verfolgten wir die Route des Castors. Schon hinter der nächsten Kurve am Rande der Neckarstaden gelang uns so die erneute Blockade des gefährlichen Transportes.
Im Anschluss an die beiden erfolgreichen symbolischen Blockaden versammelten wir uns zum Abschluss auf dem Uniplatz. BUND-Geschäftsführer Matthias Weyland und Björn Meyer von Campact gingen in ihren Redebeiträgen auf die aktuellen Entwicklungen in der Endlagerfrage ein. Zwar begrüßten sie die geäußerte Bereitschaft, nach alternativen Standorten suchen zu wollen, kritisierten aber gleichzeitig, dass Gorleben nicht nur weiterhin in der Auswahl steht sondern mit jedem weiteren Transport sowie der momentanen Arbeit im Drei-Schicht-Betrieb widersprüchliche Fakten geschaffen werden. Aufgrund dieser Entwicklung finden nach dem Start des echten Castor-Transportes am 24. November in Frankreich auch in diesem Jahr wieder eine Süd-Blockade sowie eine Großdemonstration in Dannenberg statt. Auch aus Heidelberg wird es eine gemeinsame Busfahrt ins Wendland geben, kündigte Matthias Weyland an.