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auf aktuelle politische Entscheidungen.
Sehr geehrter Herr Heil,
glauben Sie wirklich, daß sich Bürger (=Wähler) so für dumm verkaufen lassen oder geben Sie sich ernsthaft der Illusion hin, daß sich private Anleger in der von Ihnen beschriebenen Weise abspeisen lassen?
Der normale Reisende soll also Kunde einer VuL AG werden, in der sämtliche Verkehrs- und Logistikaktivitäten der Bahn zusammengefaßt sind.
Die Anteilseigner dieser Gesellschaft erwarten erfahrungsgemäß Renditen im zweistelligen Prozentbereich, die nur auf dem Rücken und zu Lasten der Mitarbeiter und der Kunden zu erwirtschaften sind.
Aus eigener Erfahrung weiß ich, daß der Service der Deutsche Bahn AG schon jetzt teilweise grottenschlecht ist.
Nicht etwa, weil das Personal inkompetent ist, sondern weil schlicht an den falschen Stellen gespart wird.
Ein Beispiel gefällig?
Zu Zeiten der Deutschen Bundesbahn konnte man sich unter der Zentralrufnummer des jeweiligen Bahnhofs zur Reiseauskunft verbinden lassen und erhielt Auskunft über z.B. aktuelle Verspätungen, Fahrplanänderungen usw. .
Mittlerweile bekommt der einfache Bahnkunde eine Servicenummer genannt. Diese kann er zu dem unverschämten Preis von 1,80 EUR/Min. in Anspruch nehmen - sofern er über einen Festnetzanschluß der Telekom verfügt.
Hat der Kunde einen Vertrag mit 1&1, ist eine Verbindung mit der Servicenummer nicht möglich.
Noch eins:
Die Deutsche Bahn wurde von Generationen von Steuerzahlern aufgebaut und darf damit getrost als Volkseigentum betrachtet werden.
Auch für dieses, von einer gewählten Bundesregierung zu verwaltende Eigentum gilt der Grundsatz des Artikels 14 GG :
(Zitat)Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohl der Allgemeinheit dienen.
Dies bedeutet m.E. nicht, daß Zehntausende von Bahnreisenden und Bahn-Mitarbeitern die Taschen einiger weniger Aktionäre zu füllen haben!
Ich kann Ihnen und Ihren Parteifreunden nur dringend dazu raten, von der angestrebten Privatisierung der Deutschen Bahn großen Abstand zu nehmen.
Andernfalls dürfen Sie sich nicht wundern, wenn bei den nächsten Bundestagswahlen die "etablierten" Parteien ein weiteres Mal durch eine niedrige Wahlbeteiligung abgestraft werden und Parteien vom linken und rechten Rand des Parteienspektrums mehr Mandate als von Ihnen erwartet (oder befürchtet) erhalten.
Martin Vogell, Würzburg
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