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auf aktuelle politische Entscheidungen.
Sehr geehrter Herr Heil,
zunächst vielen Dank für Ihre Nachricht. Leider kann ich Ihrer Argumentation nicht folgen. Mit der (unnötigen) Privatisierung scheint man nichts aus den Misserfolgen anderer Staaten gelernt zu haben. Argentinien und England sind die besten Beispiele, wie man eine Bahn dem Kapital preisgibt. Selbst Neuseeland kauft derzeit seine Bahn zurück, weil das Konzept von vorne bis hinten gescheitert ist. Solle die Bahn AG wirklich Kapital nötig haben, so wäre dies über Kredite erheblich preiswerter zu haben. Welch kuriose Entwicklungen der Teilverkauf nach sich ziehen würde, haben wir diese Woche schon erlebt; der bisherige Chef der Bahngewerkschaft Transnet, Norbert Hansen, soll Arbeitsdirektor der Deutschen Bahn werden – und wechselt damit ins Lager des einstigen Gegners bei Tarifkonflikten. Aber mit diesem seltsamen Drehtüreneffekt steht Herr Hansen ja nicht alleine. Seitdem Ihr Parteikollege Schröder die offensichtliche Vorteilsnahme bei Gazprom salonfähig machte, ist dieser Effekt allerorten zu beobachten. Bei der Privatisierung der Bahn kommt man sehr schnell zu Ergebnissen, wenn man sich eine grundlegende Frage stellt: Wer profitiert davon?
Sollte Ihre Partei sich nicht schleunigst besinnen wo sie herkommt - und vor allem wo sie hingeht - dann prophezeihe ich Ihnen jetzt schon für die nächsten Wahlen das Verschwinden in der Bedeutungslosigkeit. Vielen besorgten Mitbürgern wird es so gehen wie mir, wir wählen da, wo SIE vor der neoliberalen Wende einst standen, nämlich links. Und damit meine ich ganz LINKS.
Mit freundlichen Grüssen
Werner Gerber, Marburg
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