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"Privatisierung der Gewinne, Sozialisierung der Verluste"

Sehr geehrter Herr Heil,

Ich bin sehr enttäuscht, dass die SPD jetzt doch eine Privatisierung der Bahn zulassen will . Die jetzige Bedingung, nach der höchstens 24,9 privatisiert werden dürfen, ist einerseits nur scheinbar abgesichert, da Verträge jederzeit gekündigt werden können, und andererseits hilft sie nur wenig, um den Einfluss der Investoren im Zaum zu halten. Ein Unternehmen, dessen Aktien an der Börse gehandelt werden, verhält sich so, dass die Kurse seiner Aktien möglichst hoch sind - unabhängig davon, ob alle Aktien oder nur ein Teil davon im Handel sind. Außerdem haben die Aktionäre einen Rechtsanspruch darauf, dass die Aktiengesellschaft ihren Gewinn maximiert; sobald also die Bahn auch nur 1 ihrer Aktien an private Investoren verkauft hat, ist sie verpflichtet, in erster Linie der Gewinnmaximierung zu dienen und nicht mehr der öffentlichen Daseinsvorsorge. Auch die Beschränkung, dass die Bahnhöfe weiterhin in staatlicher Hand bleiben, halte ich für wenig wirksam:

Schließlich nützt ein Bahnhof nur dann etwas, wenn dort auch Züge halten. Außerdem werden die Investoren Druck ausüben, um einen möglichst hohen Anteil der Gewinne in die teilprivatisierten Teile der Bahn zu lenken, während Kosten und Verluste bei den rein staatlichen Teilen bleiben und vom Staat getragen werden müssen. Das Prinzip "Privatisierung der Gewinne, Sozialisierung der Verluste" ist bei privaten Unternehmen natürlich sehr beliebt und kommt auch anderswo häufig vor, aber wenn es derart absehbar ist, sollte der Staat es sich nicht bieten lassen. Ich hoffe, dass die SPD doch noch entschlossenen Widerstand gegen den Ausverkauf des Volksvermögens für zweifelhafte und kurzfristige Gewinne leistet, wie sie es versprochen hat.

Mit freundlichen Grüßen

Susanne Nieß

Dieser Text wurde wegen einer Sehnenscheidenentzündung einem Diktierprogramm diktiert. Falls er völlig absurde Fehler enthält, liegt das mit einiger Wahrscheinlichkeit an dem Programm. Ich bitte dafür um Nachsicht.

Susanne Nieß, Eching

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