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Ein weiteres Mal von der Partei enttäuscht

Sehr geehrter Herr Heil!

Seit 36 Jahren bin ich Mitglied der SPD und werde nun ein weiteres Mal von der Partei enttäuscht, weil sie offensichtlich die Interessen des Kapitals vertritt und nicht die der Bürger und Fahrgäste. Bestenfalls könnte man sagen, daß die SPD über den Tisch gezogen wurde - oder steckt Absicht dahinter?

Wo steht z.B. im Tarifvertrag, daß die Stimmanteile privater Investoren auf 24,9 beschränkt bleiben, was wurde aus dem Parteitagsbeschluß, die Teilprivatisierung über stimmrechtslose Aktien durchzuführen? (Ich meine, Daseinsfürsorge gehört keinesfalls in private Hände, benötige Fremdmittel lassen sich ohne weiteres durch Anleihen auf dem Kapitalmarkt beschaffen).

Wenn ich sehe, wie die Partei mit Beschlüssen von Parteirat und Parteitag umgeht, bestärkt mich das in meinem Entschluß, nicht an Ihrer Veranstaltung in Wedel teilzunehmen: Sie hören uns dort vielleicht zu - aber auf uns hören werden Sie bestimmt nicht. Lieber versuche ich im aktuellen Kommunalwahlkampf einen Teil der Politikverdrossenheit meiner Mitbürger abzubauen, die nicht zuletzt auch durch das Verhalten der SPD hervorgerufen wurde und wird.

Die SPD wäre gut beraten, wenn sie einer wie auch immer gearteten (Teil-)Privatisierung der Bahn eine Absage erteilte.

Mit freundlichen Grüßen

Reinhard Susemihl, Heidgraben

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