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Ulm, 30. Juni - 19:45 Uhr
Mit dem letzten Stopp der Aktionstour setzten wir auf dem Ulmer Münsterplatz die größte Protagonistin der Gentechnik in der Bundesregierung unter Druck: Annette Schavan, Wahlkreisabgeordnete von Ulm und Bundesforschungsministerin. „Die gesamte Debatte über die Grüne Gentechnik ist mit einer großen Unbeholfenheit verbunden, die unter anderem mit enormen Defiziten in Blick auf Information und Kenntnis zusammen hängt. Ich möchte die Bedingungen für die Forscher erleichtern”, so Frau Schavan bei einem Vortrag am 25. Januar in Bonn. Sie will den Forschungsanbau durch das vereinfachte Genehmigungsverfahren erleichtern, das Umweltverträglichkeitsprüfungen und Bürgerbeteiligung stark einschränkt.
Frau Schavan verweigerte sich allerdings der Diskussion mit uns. Hilde Mattheis, SPD-Wahlkreisabgeordnte von Ulm und Kritikerin der Gentechnik stellte sich hingegen der Diskussion. Auf das Plakat mit einem Portrait von ihr reagierte sie besonders anfänglich verärgert. Wir müssten sie doch nicht fragen, schließlich sei sie doch erklärte Gentechnik-Gegnerin. Wir verdeutlichten ihr, mit der Aktion gerade auch Gentechnik-Kritikern wie Ulrich Kelber und ihr den Rücken stärken zu wollen. Ohne natürlich davon abzulassen, ihr auch weiterhin kritisch auf die Finger zu schauen, in wieweit sie das Versprochene auch wirklich durchsetzt.
Hilde Mattheis versprach, das von Schavan vorgesehene erleichterte Genehmigungsverfahren in der SPD-Fraktion zu problematisieren. Die Fachpolitiker der SPD hatten bei ihrem Anfang der Woche vorgelegten Papier zum Gesetzentwurf die Kröte erleichtertes Verfahren beim Forschungsanbau geschluckt.
Ansonsten präsentierte sich die Aktion ähnlich bunt wie in vielen anderen Städten. Viele Passanten bestaunten ein Bienenvolk, das ein Imker mit auf den Münsterplatz gebracht hatte.