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Straubenhardt,10.2.2006
Sehr geehrter Herr Seehofer,
warum unterstützen Sie die Saatgutfirmen? Sie wissen doch, dass die marktbeherrschende Saatgutfirmen dabei sind, Saatgut, das keine anpflanzungsfähigen Samen bildet, zu entwickeln und diese auch schon in den Handel gebracht haben. Sie tragen dazu bei, dass die Bauern letztendlich zu Sklaven der marktbeherrschenden Saatgutfirmen werden. Die bisherige Saatgutverbesserung durch konventionelle Züchtung ist ausreichend und lässt die Bauern unabhängig bleiben.
Die Gentechnik ist auch dazu angelegt, dass die Bauern herbizidresistentes Saatgut bekommen, um in großem Umfang Herbizide auf die jeweiligen Anpflanzungen ausbringen zu können. Erfahrungen in Südamerika haben gezeigt, dass durch die Anwendung dieser gentechnischveränderten Organismen (GVO)sich inzwischen herbizidresistente Unkräuter entwickelt haben. Wollen wir das in der EU und in Deutschland? Auch haben Untersuchungen gezeigt, dass bei der Anwendung von GVOs immer wieder Schädigungen auftreten. Grundsätzlich ist zwar Ihre angekündigte gesamtschuldnerische Haftung der Gentechnik-Anwender zu begrüßen. Was nützen allerdings alle Entschädigungszahlungen, wenn durch die Verunreinigung keine gentechnikfreie Landwirtschaft mehr möglich ist? "Geld kann man nicht essen!"
Deshalb bitte ich Sie, Ihren Einfluss dahingehend geltend zu machen, dass GVOs in Deutschland und in der EU nicht in den Verkehr gebracht werden dürfen.
mit freundlichen Grüßen
Bernhardt Faaß