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Berlin, 9.2.2006
Sehr geehrter Herr Seehofer,
Sie lassen auf mein Protestschreiben bezüglich Gentechnik antworten: "der Pollen einiger Kulturpflanzen wird von Wind und Insekten in Nachbarbestände getragen und verursacht dort, wenn die Ausgangspflanze gentechnisch verändert war, dass gentechnisch bedingte Veränderungen ebenfalls auftreten." Damit geben Sie zu, dass niemand die Ausbreitung gentechnisch manipulierter Pflanzen verhindern kann, denn was einmal die Büchse der Pandora verlassen hat, ist nicht rückholbar!
Sie schreiben: "Ziel ist es, dass Landwirte, die gentechnisch veränderte Pflanzen anbauen wollen, sich versichern können. Dazu stehen wir mit der Versicherungswirtschaft im Gespräch." Welche Prämien sollen denn die Landwirte zahlen, um ein UNVERSICHERBARES Risiko - siehe oben - handhabbar zu machen? Der einzige, dem eine solche Versicherung hilft, ist die Versicherungswirtschaft selbst.
Sie schreiben: "Beispiele aus der ganzen Welt zeigen, dass Gentechnik wirtschaftliche Chancen eröffnet." Dieser Satz ist genauso verlogen wie Ihre Behauptung, die Wissenschaft habe hinreichende Einschätzungen zur Gefahr der Gentechnik. Die erzwungene Einführung von Gentechnik (Killer seeds) hatte verheerende Folgen in Teilen Indiens. Glauben Sie im Ernst, indische Bauern, die am Rande der Subsistenz-Wirtschaft leben, könnten sich versichern?
Daher mein Fazit: Gentechnik nutzt nur den Firmen, die Patente daran halten, und wie immer sind deren Lobbyisten unterwegs, um die Parlamente gefügig zu machen. Nur die konsequente Verhinderung jeglicher genmanipulierter Pflanzungen und Produkte kann das Wohlergehen und die Sicherheit lebender Wesen, nicht nur in Deutschland, sondern weltweit, schützen.
mit freundlichen Grüßen
Bernd Feiden