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Antwort von Christa Heichele und Bernhardt Völk an Horst Seehofer

Augsburg, 13.2.2006

Sehr geehrter Herr Seehofer, sehr geehrter Herr Köhler,

vielen Dank für Ihre Antwort.

Nochmals möchten wir unsere Bedenken gegen die Gentechnik kurz darlegen.

1. Koexistenz

Wir können es nicht glauben, dass es zu keiner Verunreinigung nicht-gentechnischer Felder kommt - der Wind weht doch, wo er will! Was sind das für Wissenschaftler, die uns und Ihnen weißmachen wollen, dass ein Pollenflug keine Verunreinigung bringt??? Wir möchten uns auch in Zukunft von sicheren Biolebensmitteln ernähren können.

2. Gesundheit

Immer wieder gibt es Berichte, dass bei Tierversuchen schwere Krankheiten ausgelöst werden. Außerdem gibt es keine Langzeitstudien. Bis diese vorliegen, schlagen wir ein Moratorium gegen die grüne Gentechnik vor.

3. Konzernmacht

Die Mehrheit der Bevölkerung in diesem Land lehnt die Gentechnik ab. Wir erinnern Sie daran, dass Sie ein gewählter Volksvertreter sind, der die Interessen der Bevölkerung zu vertreten hat. Ihre gegenwärtige Politik hinterlässt bei uns den Eindruck, dass Sie sich von den Interessen der grünen Gentechnikkonzerne leiten lassen. Lassen Sie sich bitte nicht von den Konzernen unter Druck setzen!

4. Haftungsrecht

Warum gibt es keine Haftungspflicht für die Konzerne? Bitte nehmen Sie Ihre Verantwortung für die Gesundheit der hier im Land Lebenden wahr.

5. Biodiversität

Es ist unseres Wissens nach nicht auszuschließen, dass die Artenvielfalt unter der Ausbreitung von Gentechnikpflanzen massiv leiden würde.

Und schließlich 6. "Dritte" Welt

Offenkundig sind bereits die Probleme der Bauern in der sog. dritten Welt mit den multinationalen Konzernen. Wie Sie sicher wissen, ist die grüne Gentechnik kein Beitrag zur Lösung des Hungerproblems in der Welt. Sie hat und wird es -im Gegenteil- noch verschärfen.

Wir hoffen, unsere Argumente (auch wenn wir sie jetzt hier nur kurz angesprochen haben), bewegen Sie, einem Moratorium gegen die grüne Gentechnik zuzustimmen.

Mit freundlichen Grüßen

Christa Heichele und Bernhard Völk

P.S.: Bitte setzten Sie sich dafür ein, dass Herr Hipp seine Ankündigung (seine Grundnahrungsmittel für Babykost im Falle einer Aufweichung des Gentechnikgesetzes aus europäischen Nachbarländern zu beziehen) nicht realisieren muss. Denken Sie bitte auch an die Arbeitsplätze, die dadurch verloren gehen würden.

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