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Pforzheim, 13.2.2006
Sehr geehrter Herr Seehofer,
bisher habe ich Sie für einen der wenigen seriösen deutschen Politiker gehalten. Nachdem ich Ihr o.g. Schreiben gelesen habe, muss ich meine Ansicht revidieren! Es mag ja sein, dass sich die betreffenden Landwirte (möglicherweise) an die von Ihnen aufgestellten Regeln halten werden, sicher ist das nicht. Aber eines ist ganz sicher, die Insekten und der Wind werden das ganz sicher nicht tun. Wozu brauchen wir überhaupt Gentechnik in der Landwirtschaft? Um noch mehr Überschuss zu produzieren? Es sind genug Nahrungsmittel da, die Supermärkte quellen über. Das Argument der hungernden Menschen in der "Dritten Welt" zieht auch nicht. Die Menschen dort (ver)hungern nicht deswegen, weil keine Nahrungsmittel da sind, sondern weil diese Menschen kein Geld haben, sich die teuren Nahrungsmittel aus den Lädern der sogenannten "Ersten Welt" zu kaufen und die korrupten Regimes ihrer Länder lieber das Geld für deutsche Waffen als für deutsches Getreide ausgeben! Weil wir billigen Kaffee, billige Bananen und frische Erdbeeren zu Weihnachten (welch ein Schwachsinn) usw. brauchen und dadurch die Anbauflächen nicht für die Nahrungsmittelproduktion in den betreffenden Ländern zur Vergügung stehen! Wenn Sie mir nicht glauben, sprechen Sie mit Jean Ziegler, u.a. UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung. Fazit: Wir brauchen keine "Grüne Gentechnik", die uns im Endeffekt mehr schaden als nützen wird.
Mit freundlichen Grüßen
Wilhelm Herkt