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Antwort von Gerhard Jüttner an Horst Seehofer

Tamm, 12.2.2006

Sehr geehrter Herr Seehofer,

in Ihrer Antwort an campact stellen Sie einige sehr fragwürdige Behauptungen auf, die entweder nicht zu belegen sind oder nur die halbe Wahrheit.

So führen Sie u.a. aus, "ernstzunehmende Wissenschaftler" würden bestätigen, dass eine Koexistenz zwischen Gen-Landwirtschaft und herkömmlicher Landwirtschaft möglich sei. Natürlich wissen Sie auch, dass es ebenso ernstzunehmende Wissenschaftler gibt, die das Gegenteil behaupten. Soll nun auch in Deutschland der Großversuch ohne Rückkehrmöglichkeit gestartet werden?

Weiter führen Sie aus, Beispiele aus der ganzen Welt würden zeigen, dass die Gentechnik wirtschaftliche Chancen böte. Da muss man natürlich zuerst fragen: Chancen für wen? Für den Verbraucher, die Bauern oder die Chemische und Saatgutindustrie? Am ehesten wohl doch für letztere. Gerade hinsichtlich der Bilanz der Bauern und der Verbraucher gibt es mehr Hinweise, dass diese Technik nachteilig ist, als solche, die Vorteile sehen.

Völlig falsch ist jedoch Ihre rein wirtschaftliche Betrachtungsweise. Unsere Umwelt ist eben nicht nur wirtschaftliche Ressource, sondern unser aller Lebensraum! Von der Bewahrung der Artenvielfalt kein Wort in Ihren Ausführungen. Und die Bewahrung der Schöpfung sollte doch einem Christen auch einige Gedanken wert sein?

Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Jüttner

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