Nimm mit 607.040 Campact-Aktiven Einfluss
auf aktuelle politische Entscheidungen.

Antwort von Knut Kargel an Horst Seehofer

Welver, 10.2.2006

Sehr geehrter Herr Seehofer, Sehr geehrter Herr Köhler,

da ich den Aufruf von Campact e.V. bezüglich GVO mit unterzeichnet und abgesendet habe, möchte ich die Gelegenheit nutzen, Ihnen auf Ihre Erwiederung, ergänzend zu den Ausführungen des Herrn Dr. Günter Metzges (Campact e.V.), persönlich zu antworten.

Sie schreiben sehr richtig, dass es Ihre Pflicht ist, die zu Gebote stehenden Mittel dafür einzusetzen, dass auch weiterhin ein vielfältiges Angebot von Lebensmitteln auf dem Markt ist, das ohne Verwendung von Gentechnik hergestellt worden ist. Weiter merken Sie an, dass dies sich leichter anhört als es ist; denn der Pollen einiger Kulturpflanzen wird von Wind und Insekten in Nachbarbestände getragen und verursacht dort, wenn die Ausgangspflanze gentechnisch verändert war, dass gentechnisch bedingte Veränderungen ebenfalls auftreten. Daraus folgt, dass Sie, um Ihre Pflicht gegenüber dem Bürger zu erfüllen, die Freisetzung von GVO verhindern müssen.

"Ernstzunehmende Wissenschaftler bestätigen", so behaupten Sie, "dass die sog. Koexistenz beider Anbausysteme (mit und ohne Gentechnik) in der Praxis möglich ist". Ebenso ernst zu nehmende und zudem unabhängige(!) Wissenschaftler bezweifeln genau dies und reale Freisetzungsversuche (zum Beispiel in Indien) belegen die katastrophalen ökologischen und sozialen Folgen der Freisetzung von GVO. Die von Ihnen angeführten Wissenschaftler sind längst von der Realität widerlegt!

"Wenn aber von zugelassenen gentechnisch veränderten Organismen nach menschlichem Ermessen eine Gefährdung für Menschen, Tiere, Pflanzen und Umwelt nicht ausgeht, so kann man m. E. auch von Mitbürgern, die die Gentechnik aus welchen Gründen auch immer ablehnen, die Respektierung des Grundsatzes der Koexistenz einfordern." Dem widerspreche ich massiv! Es gibt genügend Menschen, die eine Gefährdung sehen, es gibt unzählige Unkalkulierbarkeiten, es gibt zahlreiche Erfahrungen von apokalyptischem Ausmaß - das können Sie nicht behaupten, dass keine Gefahr von GVO ausgeht. Da es zahlreiche Beweise für die Schädlichkeit der Freisetzung von GVO gibt, kann die Koexistenz eben NICHT eingefordert werden! Die Reinhaltung der Biosphäre von GVO hingegen ist ein einforderbares und schützenswertes Recht.

"Kein Landwirt kann aber dazu gezwungen werden, auf zugelassene Gentechnik zu verzichten." Da von der Freisetzung von GVO eine unkalkulierbare und irreversible Gefahr ausgeht, handelt ein solcher Landwirt ebenso wie die Zulassungsbehörde grob verantwortungslos und fahrlässig. Es liegt ein Notwehr-Tatbestand vor, der auch Mittel rechtfertigt, die sich im normalen sozialen Zusammenleben verbieten. Ein Landwirt, der GVO freisetzt, MUSS dazu gezwungen werden, auf den Anbau zu verzichten. Die Allgemeinheit wird sich nicht vom Irrwitz einiger Dummköpfe zu ungewollten Experimenten zwingen lassen!

Natürlich gibt es einiges im EU-Recht, was dringend reformiert werden muss. Die bestehenden Regeln zur Freisetzung von GVO stehen im Widerspruch zu den Menschenrechten und dem Grundgesetz. Deshalb sind diese Regelungen nicht als bindend anzusehen. Den Rückzug auf diese bestehenden Regelungen lasse ich nicht gelten: Ändern Sie die Regelungen oder missachten Sie die Bestehenden! Die bestehenden Regelungen stehen im krassen Widerspruch zum erklärten Willen der Menschen in der gesamten EU! Bezüglich der Wahlfreiheit kann ich Ihnen mitteilen, dass die Menschen längst gewählt haben: Wir wollen keine GVO!!! Nehmen Sie diese Wahl zur Kenntnis und respektieren Sie diese Wahl der Menschen! Die Konzerne, die ein Interesse an weltweiten Saatgutmonopolen haben, haben nicht das Recht, den Menschen dieses gegen ihren Willen aufzudrücken.

"Beispiele aus der ganzen Welt zeigen, dass Gentechnik wirtschaftliche Chancen eröffnet." Woher haben Sie diese Information? Aus einer Werbung von Monsanto? Benötigen Sie ein paar Links um sich zu informieren? Die wenigen Beispiele für wirtschaftlichen Chancen beschränken sich auf einige wenige Konzerne, die unzähligen Beispiele für soziale und ökologische Katastrophen müssten Ihnen doch bekannt sein. (?)

Den wenigen Arbeitsplätzen in der Giftgrünen Gentechnik steht der boomende Markt der Bio-Erzeugnisse gegenüber. Die Gentechnik, die Niemand will, wollen Sie per Gesetz einführen, und die Förderung für den Bio-Sektor, den immer mehr Menschen wollen, fahren Sie zurück? Ich darf daran erinnern, dass Sie von mir und den anderen Bürgern bezahlt werden; Sie stehen in unseren Diensten und haben unsere Interessen zu wahren. Wenn Sie lieber für Monsato arbeiten wollen, können Sie das tun, aber nicht gleichzeitig! Ich fordere Sie mit allem Nachdruck auf, die Freisetzung von GVO in Deutschland zu verhindern und dafür Sorge zu tragen, dass die EU-Regelungen zugunsten des Wählerwillens modifiziert werden!

Mit freundlichem Gruß

Knut Kargel

GEGEN GIFTgrüne Gentechnik

Kommentare zum Beitrag

Ich möchte einen Beitrag

Empfehlen

Teilen

Partner

Folgende Organisationen unterstützen die Aktion:

BOLW keine gentechnik NATURLAND ABL Save our seeds IG Saatgut GeN Gentechnikfreie Regionen GLS Treuhand