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Hamburg, 9.2.2006
Sehr geehrter Herr Seehofer,
in Kanada oder in den USA wurde ein Landwirt verklagt, weil auf einem seiner Felder einige Pflanzen aus patentiertem Saatgut aufgegangen waren - Pflanzen, die er selber da nicht gesät hat und für die er jetzt aufgrund einer patentrechtlichen Klage zur Kasse gebeten wurde.
Bisher hat die Gentechnik den versprochenen Nutzen in keiner Weise gerechtfertigt - man wollte damit doch einmal den Hunger in der Welt stoppen und widerstandsfähigere Pflanzen für Anbau in der Dritten Welt erzeugen. Abgesehen davon, dass bisher eher um die typischen Nahrungspflanzen der Dritten Welt herum gearbeitet wurde - hilft es einem Bäuerlein auch eher wenig, wenn er jährlich erneut Saatgut kaufen muss.
Und ich persönlich möchte detailliert wissen, was in meiner Nahrung so drin ist - aufgrund von Lebensmittelallergien sind andere Menschen dazu einfach gezwungen. Und in dieser Hinsicht sind die Langzeitfolgen der Gentechnik unabsehbar - erst recht, wenn nicht sicher gestellt werden kann, dass sich die genetischen Veränderungen nicht munter in der Natur weiter verbreiten.
Als zuständiger Minister für Verbraucherschutz sollten Sie lieber den Schutz dieser Menschen ganz oben anstellen und nicht der Nahrungsmittel- und Saatgutindustrie das Wort reden.
mit freundlichen Grüßen
Susu Koch