Nimm mit 607.040 Campact-Aktiven Einfluss
auf aktuelle politische Entscheidungen.
Wolfratshausen, 10.2.2006
Sehr geehrter Herr Seehofer,
Sie haben mit einem sehr freundlichen und vordergründig verständnisvollen Brief auf den vehementen Protest vieler äußerst besorgter Bürger/innen auf die Lockerung des Gen-Anbaus reagiert. Das ist schon mehr als viele Ihrer Kollegen fertigbringen.
Herr Seehofer, Sie selbst sagen, 75 % der Bürger/innen wollen keine Gentechnik. Gilt in einer Demokratie nicht mehr der Wille einer so überwältigenden Mehrheit? Haben die Politiker denn nicht einen Eid geschworen, zum Wohle des Volkes zu arbeiten, d.h. doch wohl, Gesetze zu erarbeiten die diesem Volkswillen entsprechen und gibt es Gesetze die diesem Volkswillen (75%) widersprechen, dann sind diese doch wohl zu ändern.
Ihre Argumentation mit der EU ist deshalb genau so wenig überzeugend. Für wen ist die EU denn tätig? Doch hoffentlich für Ihre Bürger und nicht für irgendwelche Lobbyisten.
Es ist mir völlig klar, daß Sie von den Lobbyisten mit vielfältigen wissenschaftlichen Gutachten bombardiert werden, die alle die Unbedenklichkeit der Gentechnik belegen. Nur, Sie sind keine 20 mehr, haben Erfahrung und wie ich glaube genügend Intelligenz um die Praxis der bezahlten Gefälligkeitsgutachten zu durchschauen. Eine Recherche eines Ihrer Assistenten im Internet bringt Ihnen viele wissenschaftliche Aussagen, die die Unwägbarkeit und rein kommerziellen Interessen der Gentechnik belegen.
Sind die Bürger einer so hochgelobten Demokratie die Versuchskaninchen der Wirtschaft? [...]
Sehr geehrter Herr Seehofer, es ist eine gewaltige Aufgabe und Herausforderung, sich gegen die allgemeine politische Strömung zu stellen. Aber viele Menschen haben deshalb gerade auf Sie ihre Hoffnungen gesetzt, da Sie schon bewiesen haben, dass Sie den Mut, das Rückgrad und die Fähigkeit haben, so einen Kampf zu führen.
Bitte stellen Sie sich an die Spitze dieser Bewegung, zum Wohle der Bürger, gemäß Ihrem Eid, zu arbeiten, zu kämpfen.
Immer noch hochachtungsvoll und mit freundlichen Grüßen
Rudolf Saum