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Antwort von Kevin Schwager an Horst Seehofer

Höxter, 11.2.2006

Sehr geehrter Herr Seehofer,

Die Antwort Ihres Ministeriums auf die vielen Protestmails gegen Ihre Politik der Gentechnik in der Landwirtschaft halte ich für unzureichend. Zum Einen ist darin nichts zur Frage der weiterhin zu erhaltenden Information der Öffentlichkeit über Vorfälle in diesem Zusammenhang erwähnt. Zum anderen sehe ich, daß Sie noch immer nicht vergegenwärtigt zu haben scheinen, womit Sie da hantieren. Es gibt ebenso genügend Untersuchungen, welche die Unmöglichkeit einer Koexistenz von veränderten und nicht veränderten Pflanzen in der Landwirtschaft zum Ergebnis haben. Und, wenn die Gensequenzen einmal freigesetzt sind, dann sind sie auch nicht wieder rückholbar. Auch nicht, wenn sich zu einem späteren Zeitpunkt erst ihre Gefährlichkeit herausstellt.

Ökologisch sind die Folgen einer Freisetzung nicht abschätzbar aber unwiederruflich!

Außerdem scheint mir, daß Sie etwas zu viel Vertrauen in die Ehrlichkeit der Hersteller von gentechnisch verändertem Saatgut haben. Glauben Sie wirklich, die würden öffentlich machen, wenn sie doch noch ein Gefahrenpotential ihren profitablen Produkte finden?

Außerdem sind EU-Vorgaben keine Berechtigung für das Einschlagen eines falschen Weges, nur weil es alle anderen auch tun. In Österreich beginnt man dies bereits ebenfalls zu erkennen.

Ihre Partei und Ihre Regierung sollte in dieser Angelegenheit Ihren Einfluss auf EU-Ebene geltend machen. Dies ist keine Angelegenheit, bei der man Einzelstaaten zu einem falschen Weg verpflichten sollte.

Mir ist klar, dass Sie auch lediglich die Vorgaben des Koalitionsvertrages ihrer Regierung erfüllen. Letzten Endes sind Sie aber der verantwortliche Minister, und ich bitte Sie, noch einmal zu überdenken, ob Sie es wirklich verantworten wollen, diese Politik umzusetzen. Ich hatte in der Vergangenheit eigentlich immer ein positiveres Bild Ihrer Politikführung gehabt.

In Ihrer Funktion als Minister für Verbraucherschutz bitte ich Sie also erneut, von Genmanipulation in der Landwirtschaft und bei Lebensmitteln generell Abstand zu nehmen.

mit freundlichen Grüßen

Kevin Schwager

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