Nimm mit 607.040 Campact-Aktiven Einfluss
auf aktuelle politische Entscheidungen.

Antwort von Erika Seidenspinner an Horst Seehofer

Karlsfeld, 10.2.2006

Sehr geehrter Herr Köhler,

Sie führen an, dass ernstzunehmende Wissenschaftler bestätigen, dass die sog. Koexistenz beider Anbausysteme in der Praxis möglich ist. Dazu kann man sagen, dass ernstzunehmende Bienenzüchter und andere genauso ernstzunehmende Wissenschaftler das bestreiten. In der Schule lernt man im guten Mathematikunterricht, dass schon ein Gegenbeispiel eine Behauptung zu Fall bringt. Hier sind es aber eine Unzahl!!

Sie sagen, dass man nach Aussagen der führenden Wissenschaftler in ganz Europa davon ausgehen darf, dass Konstrukte, wenn sie die Prüfungen bestehen, Schäden nicht verursachen. Wo sind denn Langzeitstudien dieser Wissenschaftler? Eine Menge Wissenschaftler hat auch jahrzehntelang die Gefahr des Rauchens nicht gesehen oder die Gefahren, die von der „friedlichen“ Atomkraft ausgeht. Ganz abgesehen davon haben einige Wissenschaftler schon sehr alarmierende Ergebnisse bei Anwendung der Gentechnik nachgewiesen.

Ihr folgender Satz ist in seiner Ungeheuerlichkeit kaum noch zu übertreffen: „Um letztlich überzeugende Sicherheit zu gewinnen, haben die Betreiber einer gentechnischen Veränderung darüber hinaus die Pflicht, ihr Konstrukt nach der Zulassung in der Praxis zu beobachten und alle Hinweise auf auftretende Schäden unverzüglich zu melden. Das Konstrukt wird dann ggf. aus dem Verkehr gezogen.“ Das heißt doch, dass die großen Firmen ihre Langzeitstudien an uns Menschen machen! [Solche Methoden hatten auch die Nazis in den Konzentrationslagern.] Syngenta spart sich diese Langzeitstudien an Tieren und konnte daher im vergangenen Jahr seinen Reingewinn um ein Viertel steigern.

Sie sagen: „Es wird immer Landwirte geben, die die rechtmäßig in der EU zugelassenen gentechnisch veränderten Sorten anbauen wollen, um deren Vorteile zu nutzen“. Das geschieht aber auf Kosten der Allgemeinheit. Genauso könnte man nämlich sagen: „Es gibt immer Leute, die andere mit ihrer eigenen Krankheit anstecken wollen.“ Und dann, wenn sie es tun, zu ihrer Rechtfertigung anführen, so wie Sie es tun: “Es wäre aus gemeinschaftsrechtlichen Gründen nicht möglich, das in Deutschland zu verhindern.“ Sie sagen: “Beispiele aus der ganzen Welt zeigen, dass Gentechnik wirtschaftliche Chancen eröffnet“. Aber gerade Gegenbeispiele aus der ganzen Welt belegen die desaströse Wirkung der Gentechnik. Ich möchte nur an die Genbaumwolle in Indien erinnern, die viele Bauern in den Tod getrieben hat. Auch die Zunahme der Chemie in der Landwirtschaft Argentiniens seit der Einführung der Gentechnik sollte beachtet werden. Die Reihe ließe sich unendlich fortsetzen.

Als Begründung führen Sie an: “Denn die Belieferung Deutschlands mit Lebensmitteln, Futtermitteln und Saatgut, die mit Gentechnik hergestellt werden, kann nach den Regeln der Europäischen Union dadurch nicht verhindert werden.“ Die Folge für einen Politiker, dem das Wohl seines Volkes am Herzen liegt, kann doch nur sein, die Kennzeichnungspflicht auch für alle Produkte einzuführen, die mit genverändertem Futter gezüchtet werden.

Bei einem Satz möchte ich Ihnen beipflichten: „Wir sollten deshalb auch in Deutschland die Grüne Gentechnik weiterentwickeln, allerdings ohne jedes Zugeständnis in Fragen der Sicherheit und Unbedenklichkeit.“ Ich würde noch folgenden Zusatz beifügen: „Und dazu braucht man keine Ausbringung in die Umwelt“.

Mit freundlichen Grüßen

Erika Seidenspinner

Kommentare zum Beitrag

Ich möchte einen Beitrag

Empfehlen

Teilen

Partner

Folgende Organisationen unterstützen die Aktion:

BOLW keine gentechnik NATURLAND ABL Save our seeds IG Saatgut GeN Gentechnikfreie Regionen GLS Treuhand