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Guten Tag,
inhaltlich gehe ich auf Ihr Schreiben nicht im einzelnen ein. Es möge genügen, dass ich von der Reaktion von Steffi Ober auf Ihr Schreiben, von der Reaktion von Heike Moldenhauer auf das Schreiben von Dr. Max Lehmer und von der Reaktion von Günter Metzges auf das Schreiben von Reinhard Grindel völlig überzeugt bin:
Vor allem die Antwort von Heike Moldenhauer ist wichtig, weil sie auf die größeren Wirtschaftszusammenhänge eingeht, in denen die Freisetzung von gentechnisch veränderten Organismen gesehen werden muss. Hier sind unter anderem erhebliche Probleme mit Resistenzen bei Schädlingen, massive Verschäfungen der Bedingungen für Landwirte, die versuchen, unabhängig von der Gentechnikindustrie zu arbeiten, und deutliche Schäden bei wild lebenden Organismen im Anbaubereich von gentechnisch veränderten Sorten zu nennen. Was mir an Ihrem Schreiben besonders negativ auffällt, ist die vollständige Ausblendung dieser und anderer Effekte der Gentechnik auf die Wirtschaftsform in der Landwirtschaft. Es beruhigt mich keine Sekunde, dass, wie Sie schreiben, viele Menschen schon massenhaft Schokolade zu sich genommen haben, die eventuell Sojalezithin aus Gentechnikproduktion enthielt. Erstens bewiese das nur das bisherige Versagen der Politik im Hinblick auf die Kennzeichnungsfrage; zweitens werden dadurch die Auswirkungen, die der Anbau von gentechnisch manipuliertem Soja auf die Umwelt in Ländern wie Argentinien schon gehabt hat, nicht weniger schlimm.
Ausdrücklich herzlich danken möchte ich jedoch Ute Granold, die sich in einem neueren Schreiben vom 7. 11. 2006 um einen differenzierteren Ton bemüht:
Ich hoffe, dass diejenigen unter Ihnen, die sich in der Zwischenzeit nicht ausdrücklich geäußert haben, zumindest unausgesprochen den Mut ihrer Kollegin erkennen und zu würdigen wissen.
Ich appelliere an Sie alle, die Meinung eines großen Teils der Bevölkerung in diesem Land und in anderen aufgeklärten Regionen der Welt ernst zu nehmen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Sie tatsächlich glauben, dass eine solches Maß an Ablehnung durch bloße Stimmungsmache und "falsche Informationen [...] - aus einer bestimmten Richtung mit voller Absicht" zustande kommt.
Bedenken Sie, was von Ihrem Handeln, auch von Ihrem Abstimmungsverhalten, abhängt; werden Sie Ihrer Verantwortung gerecht.
Guten Tag
Sean Nowak, Berlin