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Muss man nicht auch die Atomstaaten verurteilen, die ihre Zusagen im Nuklearen Nichtverbreitungsvertrag (NVV) nicht einhalten bzw. dem NVV nicht einmal beigetreten sind?
Die damaligen Atomstaaten verpflichteten sich 1968 dazu, als Kompensation für den Verzicht aller anderen Staaten auf den Erwerb der Atombombe, „Verhandlungen zu führen über wirksame Maßnahmen zur Beendigung des nuklearen Wettrüstens in naher Zukunft und zur nuklearen Abrüstung“. Ein Zeitpunkt zur Erfüllung dieses Versprechens wurde jedoch nicht benannt. So ist denn auch über die hehren Worte hinaus seitdem herzlich wenig passiert. Stattdessen investieren die USA massiv in die Erneuerung ihrer Atombombenarsenale und entwickeln kleine Atombomben („Mini-Nukes“), die tiefliegende Bunker zerstören sollen und deren Einsatz gegen den Iran erwogen wird (Weitere Infos: Rötzer: Es gibt keine harmlosen Mini-Nukes).
Etliche Länder (Indien, Pakistan, Israel, evtl. Nordkorea) haben seitdem Atomwaffen erworben und verweigern sich einer Mitgliedschaft im NVV. Sowohl die Weigerung der Atomstaaten ihre Arsenale endlich entschieden abzurüsten als auch die Nichtmitgliedschaft „neuerer“ Atomstaaten im NVV sind auf das Schärfste zu verurteilen. Wenn diese Staaten den Iran kritisieren, ohne an einem Abbau ihres eigenen Waffenarsenal zu arbeiten, argumentieren sie in unseren Augen auch mit einer gehörigen Portion Doppelmoral.
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