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auf aktuelle politische Entscheidungen.

Berlin, 7. Oktober 2008

Autorin: Sarah Messina

Tourstart des "Kohlosaurus" vor dem Berliner Kanzleramt

Dino

Der "Kohlosaurus" lebt! Das fünf Meter hohe "Drecksvieh" hat heute zum ersten Mal massenhaft Kohlendioxid emittiert – direkt vor dem Kanzleramt und natürlich nur symbolisch. Ganz real stoßen deutsche Kohlekraftwerke aber Jahr für Jahr Unmengen von Kohlendioxid aus. Und damit nicht genug: Der Neubau von mehr als 30 Kohlekraftwerken ist geplant. Auch und gerade weil Kohlekraft noch längst nicht passé ist müssen WIR die Dinosaurier-Technologie ausbremsen, wo es nur geht. Mit Bürgerstimmen und Bürgergesichtern, Protesten und Aktionen an genau den Orten, wo Entscheidungen anstehen zu neuen Kohlekraftwerken.

Am Kanzleramt schien dessen ungeachtet natürlich die Sonne: Im Schönwettermachen für Kohlekraft ist die Bundesregierung nämlich ganz groß. Vor den Toren des Gebäudes spekulierten Helfer von Campact und Klima-Allianz darüber, ob das Büro von Bundskanzlerin Angela Merkel wohl mit einem Bewegungsmelder ausgestattet ist: Tritt die Kanzlerin ans Fenster, verziehen sich nicht nur sämtliche (Kohlendioxid-) Wolken, auch die Wasserfontänen auf dem Vorplatz sprudeln und künden von sorglosen Zeiten in Sachen Klimaschutz...

Aktion

Der Kohlosaurus ist da aber ganz anderer Meinung: Mehr als 20.000 schwarze "Kohlendioxid-Ballons" wird er im Laufe der Tour auf Deutschland loslassen – jeder Ballon steht für eine Bürgerstimme gegen Kohlekraft. Etwa 2.000 Ballons hat der Kohlosaurier heute über das Kanzleramt gespuckt – und die schöne Aussicht wenigstens zeitweise gestört.

Hinter dem Kohlosaurus stehen aber nicht nur mehr als 20.700 Stimmen, die den Online-Appell gegen Kohlekraft bereits unterzeichnet haben, sondern vor allem eins: viele helfend Hände. Etwa vier Stunden vor der eigentlichen Aktion beginnt der Aufbau. Der Kohlosaurus entfaltet sich und nimmt Gestalt an, im Akkord wird Ballon für Ballon gefüllt um den hungrige Kohlosaurier-Schlot zu stopfen. Ab und an entweicht dem Kohlosaurusmaul zwischendurch schon ein Kohlendioxid-Rülps (pardon – aber Kohlekraft ist nun einmal schwere Kost) während sich die Presse von den Experten vor Ort über die Aktion informiert und auf gute Bilder hofft.

Signalrote Campact-Tshirts, Transparente der verschiedener Umweltorganisationen und Bündnisse, Schilder mit dem Aktionsslogan "Zukunft statt Kohle": Aber bitte nicht zu viele, wenn es nach den Bilderjägern geht. Kamerateams sind anscheinend nicht sonderlich angetan von allzuviel Flagge zeigen beim Fototermin. Dabei kann man es gar nicht oft genug sagen und zeigen: Dinosaurier-Technologie gehört verboten!

Ballons

Berlin war heute nur der Anfang. In den nächsten zwei Wochen steuern wir mit dem Kohlosaurier die Städte Mannheim, Düsseldorf, Krefeld, Köln, Mainz, Hanau, Brunsbüttel, Stade, Dörpen und Schwerin an, um vor Ort mit Bürgerinitiativen und Klimaschützern gegen Kohlekraft zu protestieren, uns bemerkbar zu machen und Menschen zusammenzubringen, die der Kohlepolitik der Großen Konzerne nicht klein beigeben wollen.

Mittlerweile ist der Kohlosaurus wieder sicher verpackt und verstaut. Sein erster Auftritt war durchaus sehenswert, die Vorbereitungen und die wochenlange Arbeit am Kohle-Ungetüm haben sich also gelohnt. Morgen wird der Kohlosaurus Mannheim heimsuchen. Und brüllen!

Ballons

Pressebericht zur Aktion:

Tagesspiegel

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