Nimm mit 512.157 Campact-Aktiven Einfluss
auf aktuelle politische Entscheidungen.

Schwerin, 22. Oktober 2008

Autor: Ferdinand Dürr

Auf Tuchfühlung mit Landtagsabgeordneten

Schon einmal standen wir an einem frühen Morgen vor einem Landtag - nämlich vor dem von NRW in Düsseldorf. Dort hatte uns die Polizei einen Bannkreis um das Parlament errichtet, in den wir mit unserem Kohlosaurus nicht hinein durften, um den Volksvertreter/innen nicht zu nahe zu kommen. Ganz anders in Schwerin: Hier kommen wir direkt mit den Abgeordneten in Kontakt und ins Gespräch.

Schwerin

Und das nicht nur, weil wir mit Gottfried Timm einen Kohle-Kritiker aus den Reihen der SPD-Fraktion zur Podiumsdiskussion geladen hatten. Nur kurz dauert die Debatte zwischen dem umweltpolitischen Sprecher der Sozialdemokraten, dem Klimaexperten Brick Medak vom WWF und Torsten Jelinski von der Bürgerinitiative Rügen, dann muss der Abgeordneten in den Landtag, um eine Rede zu halten.

Unser Termin für den Tourstopp in Schwerin ist gut gewählt. Während wir am Vormittag noch direkt vor dem Eingang zum Schweriner Schloss auf die Abgeordneten warten und ihnen einen kleinen Plastik-Dinosaurier, einen schwarzen CO2-Ballon und unsere Argumente gegen Kohlekraft mit auf den Weg ins Büro geben, müssen sie sich schon mittags hochoffiziell mit dem Thema befassen: Über 32.000 Menschen aus Mecklenburg-Vorpommern hatten die Forderung der Bürgerinitiativen gegen den geplanten Kraftwerksstandort Lubmin unterschrieben, dass sich der Landtag aus Gründen des Klimaschutzes und der Förderung des Tourismus gegen das große Kraftwerk aussprechen soll. Damit muss diese Forderung im Landtag diskutiert und abgestimmt werden.

Kohlosaurus

Nachdem der Kohlosaurus direkt vor dem Landtag seine hunderten schwarzen CO2-Ballons in den sonnigen Himmel über Schwerin entlassen hat, folgen zahlreiche Campact-Aktive den Abgeordneten in den Plenarsaal des Schweriner Schlosses und beobachten die hitzige Debatte. Auf mehreren Pulten liegen unsere Flugblätter mit den Argumenten gegen ein Steinkohlekraftwerk in Lubmin und einige haben den kleinen Saurier vor sich auf den Tisch gestellt. Dennoch entscheiden sich nur Wenige aus der Regierungskoalition von SPD und CDU, dem Kraftwerk eine Absage zu erteilen.

Gleichwohl sind die Aktiven vor Ort mit der Debatte zufrieden: Es ist gelungen mehreren Abgeordneten der SPD so den Rücken zu stärken, dass sie sich zu ihrer Meinung bekennen und entgegen der Koalitionsräson dem riesigen Kohlekraftwerk inmitten von Naturschutzgebieten eine Absage zu erteilen. Dem Kohlosaurus ist es gelungen, den Abgeordneten quasi auf Tuchfühlung deutlich zu machen, was ein Steinkohlekraftwerk bedeutet: Es ist der Versuch, Heute die Probleme von Morgen mit einer Technologie von Gestern zu lösen!

Wind statt Kohle

Presseberichte zur Aktion:

dpa, Ostsee-Zeitung

Neues Deutschland

NDR Online

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