5-Minuten-Info zur Kampagne:

Spritfresser stoppen: Harte Grenzwerte für die Autokonzerne!

Dieses Jahr sollte es soweit sein: Die Autoindustrie hatte 1998 versprochen, bis 2008 den Ausstoß ihrer Neuwagen an klimaschädlichem CO2 auf durchschnittlich 140 Gramm pro Kilometer zu senken. Doch das waren nur leere Versprechungen: Bei 173 g/km lag der Durchschnitts- verbrauch der schweren Benzinfresser made in Germany im Jahr 2006 – und stieg damit im Vergleich zum Vorjahr noch einmal um 0,6 Prozent. Jetzt müssen strenge Grenzwerte der EU den verheerenden Trend stoppen. Anders kann die EU ihre Klimaschutz-Ziele nicht mehr erreichen (Studie 2007).

Italiener und Franzosen haben es vorgemacht: Sie reduzierten den Durchschnittsverbrauch ihrer Neuwagen auf 144 Gramm pro Kilometer. Ein Wert von 120 g/km wäre bereits heute technisch möglich (Studie 2007). Die Technik ist da. Was fehlt, ist alleine der Wille zur Umsetzung.

Nun ist die europäische Politik am Zug: Am 19. Dezember hat die Europäische Kommission einen Vorschlag für eine Verordnung vorgelegt, die Autohersteller mit rechtlich verbindlichen CO2-Grenzwerten zum Klimaschutz zwingen soll. Der Vorschlag der Kommission war allerdings eine Enttäuschung für den Klimaschutz: Anstatt sich für das Jahr 2012 für einen Grenzwert von 120 Gramm CO2 pro Kilometer stark zu machen, sprach sie sich lediglich für den schwächeren Grenzwert von 130 Gramm CO2 pro Kilometer ab 2012 aus. Langfristige Reduktionsziele plante sie nicht, harten Strafen für jene Autobauer, die den Grenzwert übertreten, erteilte sie eine Absage. Zudem sollten ihrer Ansicht nach schwere Autos besonders viel CO2 ausstoßen dürfen.

Vor allem die deutsche Automobil-Lobby hatte den Kommissions-Vorschlag zum Schaden des Klimas verwässert - tatkräftig unterstützt von Angela Merkel, Wirtschaftsminister Michael Glos und Industriekommissar Günter Verheugen.

In den nächsten Monaten müssen die Regierungen der EU-Mitgliedstaaten im Ministerrat und das Europäische Parlament über die CO2-Grenzwerte befinden. Angela Merkel hat jetzt schon angekündigt, dass sie die schweren Spritfresser der deutschen Auto-Industrie schützen möchte. Dies dürfen wir nicht zulassen!


Wir fordern von der deutschen Bundesregierung, sich im EU-Ministerrat für strenge CO2-Grenzwerte stark zu machen:

1. 120 g/km bis 2012: Spätestens 2012 darf der durchschnittliche CO2-Ausstoß aller Neuwagen 120g/km nicht überschreiten. Dieses Ziel müssen die Autobauer alleine erreichen – die Verwendung von Biosprit darf nicht hier nicht eingerechnet werden.

2. Harte Strafen müssen jenen Autobauern drohen, die den Grenzwert nicht einhalten. Es darf nicht sein, dass es für Auto-Hersteller lohnenswerter ist, den Grenzwert zu übertreten und die Strafen zu zahlen, als in klimafreundliche Technik zu investieren.

3. Keine Bevorzugung schwerer Autos: Vor allem die deutsche Autoindustrie fordert, besonders schweren Autos einen extra hohen CO2-Ausstoß zu erlauben. Dies lehnen wir ab: Es würde der Anreiz geschaffen, schwere Fahrzeuge und damit besonders große Spritfresser zu bauen. Weniger Gewicht zählt zu den kostengünstigsten und effektivsten Wegen, den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Dies müssen wir nutzen!

4. Verbindliche Reduktionsziele für die Zeit nach 2012: In der Autoindustrie werden Investitionen auf lange Sicht getätigt. Deshalb brauchen wir schon jetzt die verbindlichen Reduktionsziele von 80 g/km für 2020 und 60 g/km für 2025.


Wir werden in den nächsten Monaten dranbleiben am Thema Spritfresser - und in den entscheidenden Momenten Druck auf die Politiker/innen ausüben, endlich für strenge CO2-Grenzwerte zu sorgen!


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