Spenden Sie, damit Glyphosat verschwindet

Ende 2017 entscheidet die EU endgültig über das Ackergift. Mit Partnern aus ganz Europa haben wir eine Europäische Bürgerinitiative (EBI) gestartet, um ein Verbot zu erreichen. Wir müssen 1 Millionen Unterschriften sammeln!

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5-Min-Info: EBI Glyphosat

Was ist eine Europäische Bürgerinitiative (EBI)?

2012 hat die EU die "Europäische Büreriniaitve (EBI)" eingeführt. Damit können EU-Bürger/innen die Kommission verpflichten, sich mit einem bestimmten Thema zu befassen. Bevor die EU-Kommission eine EBI akzeptiert, prüft sie diese formal und rechtlich. Sobald sie akzeptiert ist, müssen innerhalb einen Jahres mindestens eine Millionen EU-Bürge/innen die EBI unterzeichnen. Ist diese Zahl erreicht, stellt sich die Kommission den Argumenten der Organisatoren. Hält sie die Argumente für überzeugend, kann eine EBI die EU-Kommission zu neuen Gesetzesinitiativen anstoßen.

Ein weiterer Aspekt: Mit Hilfe einer EBI kann eine öffentlich stark wahrgenommene europäische Bewegung entstehen. Diese sichtbare, transparente Art, politische Entscheidungen zu beeinflussen, ist ein Gegenentwurf zu intransparenten und geheimen Lobby-Machenschaften der Konzerne.

Warum organisieren wir gerade jetzt eine EBI?

2017 fällt die EU-Kommission eine endgültige Entscheidung zur Zukunft von Glyphosat. Darum ist es entscheidend, der Mega-Lobby der Agrarindustrie jetzt unsere Bürgermacht entgegenzusetzen.

Ursprünglich wollte die EU-Kommission Glyphosat letztes Jahr schon für weitere 15 Jahre zulassen. Allerdings fand sich für diesen Vorschlag keine Mehrheit unter den EU-Staaten. Daraufhin hat die Kommission im Juni 2016 vorgeschlagen, Glyphosat übergangsweise für weitere 18 Monate zuzulassen. Für diesen Vorschlag gab es auch keine Mehrheit - selbst nachdem sich der Vermittlungsausschuss damit beschäftigt hatte. Die EU-Kommission beschloss daraufhin eigenständig eine befristete Verlängerung für 18 Monate – eine einsame Entscheidung.

Dieses Jahr will die Kommission endgültig entscheiden. Vorher wartet sie noch eine Studie ab: Die European Chemicals Agency (ECHA) nimmt eine Neubewertung des Pestizids vor. Mit den Ergebnissen wird im Sommer 2017 gerechnet. Es wird erwartet, dass anschließend die EU-Mitgliedstaaten erneut befragt werden. Ende des Jahres muss eine Entscheidung gefallen sein, denn dann läuft die Übergangsfrist von 18 Monaten aus.

Warum können wir Erfolg haben?

Eine Mehrheit der Menschen in Europa lehnt Glyphosat ab: Einer repräsentativen Umfrage (2016) zufolge sprechen sich 64% der Bürger/innen in Europa klar für ein Glyphosat-Verbot aus. Das hat in der Vergangenheit auch die Diskussion innerhalb der EU-Kommission stark beeinflusst. Die europaweite Ablehnung würde mit einer erfolgreichen EBI so deutlich und sichtbar, dass die Kommission sie bei ihrer Entscheidung kaum ignorieren kann.

Die Kommission hat kein Interesse daran, wieder selbständig einen Beschluss durchzusetzen, für den es keine Mehrheit unter den Ländern gibt. Mit der EBI kann es uns gelingen, eine breite Öffentlichkeit für unsere Forderungen zu gewinnen. So stellen wir sicher, dass den EU-Ländern noch vor einer erneuten Abstimmung klar ist, was die Bürger/innen von ihnen erwarten.

Ist Glyphosat jetzt krebserregend oder nicht?

Laut der Weltgesundheitsorganisation ist Glyphosat „wahrscheinlich krebserregend”. Das schrieb die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation WHO im März 2015 in der Fachzeitschrift „The Lancet”, nachdem sie Vergleichsstudien aus Kanada, Schweden und den USA ausgewertet hatte. Es gebe „begrenzte Belege“ dafür, dass Glyphosat das Non-Hodgkin-Lymphom (eine Gruppe von Krebserkrankungen) beim Menschen auslösen könne, sowie „überzeugende Belege“ dafür, dass der Wirkstoff bei Labortieren wie Mäusen und Ratten Krebs verursache.

Doch im Mai 2016 vermeldete eine neue Studie der Arbeitsgruppe der Food and Agriculture Organization (FAO) und WHO, dass Glyphosat doch nicht krebserregend sei. Journalist/innen der britischen Zeitung The Guardian fanden allerdings kurz darauf heraus, dass die Ergebnisse dieser Studie kaum als unabhängig bezeichnet werden können: Der Vorsitzende der Arbeitsgruppe wurde indirekt von Monsanto bezahlt.

Welche Auswirkungen hat Glyphosat auf die Umwelt?

Glyphosat tötet jede Pflanze auf dem gespritzten Feld ab – es sei denn, die Pflanze ist gentechnisch verändert und dadurch resistent. So werden auch alle sogenannten Beikräuter – also Kräuter, die zwischen den gezüchteten Pflanzen auf einem Acker wachsen – komplett abgetötet. Damit wird allerdings vielen Insekten und Vögeln die Nahrungsgrundlage genommen, denn sie sind auf die Beikräuter als Futter angewiesen. Das Ackergift gelangt über den Boden auch in Bäche, Flüsse und ins Grundwasser, wo es dann Frösche, Fische und andere Wasserlebewesen schädigt. Der Einsatz des Giftes greift das Ökosystem an bedroht so die Artenvielfalt.

Ein aktueller Report des Pestizid Aktions-Netzwerkes PAN Deutschland hebt insbesondere die indirekten Effekte auf die Umwelt hervor: Demzufolge führt Glyphosat zur nahezu vollständigen Eliminierung von Wildpflanzen – dadurch wird die biologische Vielfalt schwer beeinträchtigt.

Warum hängen die Konzerne so an Glyphosat?

Glyphosat ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Bestseller für die Agrarkonzerne. Vor allem für Monsanto – der Glyphosat-Erfinder – ist das Geschäft mit dem Ackergift für das weitere Wachstum entscheidend. Die Umsatzsteigerungen im Unternehmen gehen vor allem auf Glyphosat zurück: Schätzungsweise 8,5 Milliarden Dollar im Jahr. Seit 2000 ist Monsantos Patent auf Glyphosat allerdings ausgelaufen, mittlerweile verdienen auch Bayer Crop Science, BASF Plant Science, Syngenta oder Pioneer mit dem Ackergift viel Geld. Schätzungsweise 5,5 Milliarden Dollar setzen diese Hersteller damit weltweit um. Und Glyphosat boomt – der Einsatz steigt Jahr für Jahr dramatisch an.